Herbstregatta 2016 - Segeln unter extremen Bedingungen

17.10.2016 23:42

Von der Herbstregatta 2016 werden wir noch lange erzählen. 

Die Wettervorhersage ließ erahnen, was auf uns zukam. Wir wussten: Erfahrene Segler würden die Regatta antreten wollen. Unerfahrene Segler könnten in Schwierigkeiten geraten. Daher befragten wir im Vorfeld alle Crews, Skipper und Mitsegler, ob sie sich der Regatta under den Bedingungen gewachsen fühlen oder ob sie lieber auf ein anderes Segelerlebnis in 2017 wechseln möchten. Ein Teil der Segler nahm diese Möglichkeit wahr. Wer zur Regatta antrat, hatte sich gut vorbereitet.

Am Samstag 15.10. um 6 Uhr morgens starteten 16 Yachten bei frischem Ostwind an der Hafeneinfahrt von Warnemünde Hohe Düne in Richtung Kloster auf Hiddensee. Ca 55 Seemeilen in rauher See gegenan lagen vor uns. Zunächst segelten wir bei 22 bis 24 Knoten und relativ ruhiger See am Wind. Bald schon zeigten sich die ersten Fälle von Seekrankheit. Am Darßer Ort änderten sich die Bedingungen. Die See kam uns in beeindruckenden Wogen entgegen. Der Wind pfiff mit 26 Knoten. In Spitzen wurden 34 Knoten gemessen. Starker Gegenstrom machte das Vorwärtskommen mühsam. 

Menschen und Schiffen wurde einiges abverlangt. Auf einigen Yachten kämpfte fast die gesamte Crew mit der Seekrankheit. Bei einem Segler führte die Seekrankheit zu Ohnmachtsanfällen. Ein anderer junger Segler litt unter Herzproblemen. 2 Skipper entschieden vor dem Wind zurück nach Warnemünde abzulaufen. 2 Yachten machten unterwegs in Barhöft fest, um den herzkranken Segler medizinisch versorgen zu lassen. Einige der Yachten legten den Weg ab Darsser Ort mit dänisch Kreuzen unter Motor und Segel zurück und schieden aus der Wettfahrt aus. Die besten Segler erreichten die Ziellinie am Libben unter Segeln. Wer die schützenden Gewässer hinter dem Dornbusch erreicht hatte, war froh, Kälte und peitschende See in Gesicht und Augen hinter sich zu haben. Um 22 Uhr war die letzte Yacht im Zielhafen Kloster fest.

Im Restaurant Wieseneck wurde jede Crew beim Eintreten zum Abendessen mit fröhlichem und auch erleichtertem Hallo begrüßt. Wir hatten uns viel zu erzählen. Jeder Segler hatte Demut vor den Naturgewalten gespürt. So mancher Segler überdachte die Pläne für seinen nächsten Törn.

Auch einige Schiffe, die eigentlich einem Törn durch die Biskaya standhalten sollten, hatten Schwächen gezeigt. Ein Niedergang war komplett eingebrochen. Ein Salontisch fiel in sich zusammen. Die Reste von Tisch und Niedergang mussten gesichert werden, um in der rauhen See nicht zum Geschoß zu werden. Schlösser und Schapps schlossen nicht mehr. Geschirr flog im Salon umher. Manche Crews kämpften mit Wasser im Schiff.

Für mich haben alle Segler gleichermaßen Heldenhaftes geleistet; jene Crews, die den gesamten Weg unter Segeln zurück gelegt haben, aber auch alle, die unterwegs den Törn ihren Kräften angepasst haben. Auch jene Segler, die im Vorfeld entschieden hatten, den Törn nicht anzutreten, haben Großartiges geleistet, indem sie zu ihren Kräften und Erfahrungen gestanden haben.

Termin der Frühlingsregatta: 31.3. bis 2.4.2017

Das Wettfahrt-Ergebnis:

Schiff

Skipper

Typ

Yardstick- 

 Zielpassage - 

Zeit Gesegelt/Berechnet- 

Platzierung - 

Bemerkungen

Marie Joelle

Jürgen Schornbaum

Bav 45 R

86+1

17:45

11:45/13:30:34

1

Lehmann

Christian Fuchs

Hanse 386

93

18:35

12:35/13:31:83

2

Tebartz

Lars Conrad

Bav 46 R

83+1

17:30

11:28/13:39:05

3

Baltic Fun

Uwe Gibson

Bav 46 L

83

18:48

12:48/15:25:30

4

Goodwind

Sven Weigel

Bav 45 R

86+1

20:05

14:10/16:11:26

5

Hafgan

Andreas Illies

Bav 46 R

dnf

Aglaia

Uli Kleier

Bav 46 R

dnf

Unsinkbar II

Rainer Schulz

Hanse 446

dnf

Grete

Babette Gotthardt

Hanse 385

dnf

Skalli

Michael Hirschfelder

SO 379

dnf

Lisa Marie

Jörg Braatz

SO 379

dnf

Müller

Thomas Liebenhagen

Bav 37

dnf

Purple Rain

Peter Simsch

SO  389

Nach Barhöft

Carl Gustav

Tino Simsch

Vilm 41

Nach Barhöft

Pastell

Christian Kaiser

Bav 40

Nach Warnemünde

Sir Rudolph

Alf Krischker

Hanse 445

Nach Warnemünde


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Einladung zum Seglerabend

Wann: Donnerstag 27.10.2016 ab 17:30 Uhr

Die Herbstregatta 2016 war wetterbedingt außergewöhnlich. Ihr habt Euch noch viel zu erzählen.

Wo: Büro ivent-sailing, Albert-Einstein-Ring 7, 14532 Kleinmachnow
Wer: Alle (Regattateilnehmer und jene, die nicht dabei waren)

Anreise: PKW (Parken direkt vor der Tür), ÖPNV S-Bahnhof Berlin-Wannsee und 5 min mit Bus 620 oder 15 min Spaziergang durch den Wald vom S-Bahnhof